Wenn Ihre Organisation Videos auf ihrer Website oder über einen Dienst wie YouTube oder Vimeo bereitstellt, könnten Sie sich damit dem Risiko einer Klage aussetzen.
Vor kurzem wurden sowohl Harvard als auch das MIT von Interessenvertretern der Gehörlosen verklagt, weil sie gegen Antidiskriminierungsgesetze verstoßen hätten, indem sie in ihren Online-Kursen, Podcasts und anderen Online-Medien keine Untertitel bereitgestellt hätten.
Der Nationale Gehörlosenverband warf den Universitäten vor, gegen das Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (Americans with Disabilities Act, ADA) verstoßen zu haben, und erklärte, die Materialien seien entweder unverständlich untertitelt oder gar nicht untertitelt, was es hörgeschädigten Zuschauern unmöglich mache, den Inhalt zu verstehen.
Könnten Sie wegen Nichteinhaltung des ADA verklagt werden?
Auch wenn viele Unternehmen versucht sein mögen, die Klage zu ignorieren, weil sie sich gegen zwei renommierte Universitäten richtet, sollte jedes Unternehmen – ob groß oder klein – sie als Warnschuss betrachten. Das ADA verpflichtet Unternehmen dazu, sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderungen denselben Zugang zu denselben Dienstleistungen haben wie die allgemeine Öffentlichkeit. In diesem Fall bedeutet dies, dass jeder in der Lage sein sollte, die von Ihnen produzierten und veröffentlichten Videos zu verstehen. Videos ohne Untertitel oder mit mangelhaften Untertiteln können Sie zu Recht dem Risiko rechtlicher Schritte aussetzen.
Richtlinien zur Erstellung von Untertiteln
Zwar bieten YouTube und Vimeo Funktionen zur automatischen Untertitelung Ihrer Videos an, doch die Ergebnisse sind in der Regel mangelhaft und erfordern eine gründliche manuelle Überprüfung und Bearbeitung. Verlassen Sie sich nicht auf die automatische Untertitelung, um die Anforderungen des ADA zu erfüllen.
Beachten Sie bei der Transkription von Multimedia-Inhalten für die Untertitelung bitte die folgenden Richtlinien:
- Beginnen Sie mit Programmen zur Sprach-zu-Text-Umwandlung. Dazu können Sie Ihre Videosoftware oder YouTube nutzen. Damit lassen sich schnell Untertitel erstellen, allerdings sind diese allein nicht genau genug.
- Gehen Sie zurück und bearbeiten Sie den Text manuell. Auf diese Weise korrigieren Sie nur die problematischen Stellen, anstatt den gesamten Text neu einzugeben.
- Stellen Sie sicher, dass die Untertitel mit dem Ton synchron sind.
- Nutzen Sie einen Transkriptionsdienst für Live-Veranstaltungen oder wenn Sie lange Videos mit Untertiteln versehen möchten. Rechnen Sie damit, dass die manuelle Untertitelung achtmal so lange dauert wie das Video selbst.
Hilfe bei der Einhaltung der Vorschriften zur Videountertitelung
Das World Wide Web Consortium (W3C) bietet hilfreiche FAQs zum Thema Barrierefreiheit bei Videos an. Dies ist ein guter Ausgangspunkt, doch möglicherweise haben Sie spezifische Fragen zu Ihren Multimedia-Inhalten. Unsere Experten für Barrierefreiheit stehen Ihnen gerne zur Seite und arbeiten eng mit Ihnen zusammen, um sicherzustellen, dass alle Ihre Online-Medien zu 100 % ADA-konform sind. Das garantieren wir Ihnen!